Die Digitalisierung dringt in immer mehr Lebensbereiche der Menschen ein. Nicht nur im Privatleben, auch in der Arbeitswelt ist Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Unternehmen müssen darauf bedacht sein, ihre Mitarbeiter bei der Reise in die digitalisierte Arbeitswelt mitzunehmen.

Einer aktuellen Studie zufolge, für die über 6.500 Beschäftigte befragt wurden, bringt die Digitalisierung einen entscheidenden Vorteil: Die Arbeit wird flexibler. Insgesamt sind 35 Prozent der Beschäftigten überzeugt, dass durch die Digitalisierung ein größerer Anteil der Arbeit von zu Hause erledigt werden kann und ein Viertel erwartet, dass die Entscheidungsspielräume bei der Arbeit durch die Digitalisierung größer werden.

Gleichzeitig sorgen sich fast 50 Prozent der Arbeitnehmer, dass die Arbeitsleistung strenger überwacht und kontrolliert wird (Abbildung). Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Arbeitnehmer den möglichen Veränderungen, die durch die Digitalisierung eintreten, auch skeptisch gegenüberstehen.

Abbildung
Digitalisierte Arbeitswelt: Chancen und Risiken

N=6.555; Beschäftigte im deutschen Dienstleistungssektor
Quellen: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Um die Mitarbeiter auf die Veränderungen, die durch die Digitalisierung eintreten, vorzubereiten und sie erfolgreich mitzunehmen, gibt es für Unternehmensverantwortliche einen 5-Punkte-Plan, an dem sie sich orientieren können (Accenture, 2016):

1. Die Personalentwicklung muss stärker mit den Digitalisierungsverantwortlichen zusammenarbeiten, um sich an der Digitalisierungsstrategie auszurichten und diese in ihre Tätigkeiten als Personalverantwortliche zu integrieren.

2. Die Mitarbeiter sollten die Vorteile der Flexibilität der Digitalisierung nutzen, indem sie Digitalisierungstools wie Big Data-Analytics im Tagesgeschäft einsetzen und ausprobieren. Alte Prozesse können so weiterentwickelt und neue Fertigkeiten erlernt werden.

3. Die fehlenden digitalen Skills der Mitarbeiter sollen identifiziert werden, indem die zusätzlichen erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen für die einzelnen Tätigkeiten definiert werden.

4. Damit die Mitarbeiter die erforderlichen Skills entwickeln können, müssen sie geschult werden und können dafür verschiedene Methoden der Digitalisierung (z. B. Social learning-Tools) nutzen.

5. Vor allem müssen die Führungskräfte die digitale Kultur vorleben und den Mitarbeitern erklären, welche Veränderungen ihnen und dem Unternehmen durch die Digitalisierung bevorstehen. Dafür müssen die Führungskräfte aktiv Feedback von ihren Mitarbeitern einholen und innovatives Denken fördern und fordern.

Quellen:

Accenture, 2016, Being digital: Embrace the future of work and your people will embrace it with you [22.6.2017]

DGB – Deutscher Gewerkschaftsbund, 2016, Arbeitshetze und Arbeitsintensivierung bei digitaler Arbeit [22.6.2017]

Regina Schneider

Regina hat Economics and Psychology an der Universität Panthéon-Sorbonne in Paris studiert und arbeitet seit 2015 als Researcher in der IW Akademie. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Verhaltensökonomik und Wirtschaftspsychologie. Sie interessiert sich vor allem für die psychologischen Aspekte wirtschaftlichen Entscheidens und Handelns.