Berufsprestige – Verantwortung schafft Vertrauen

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Der 4. Mai ist der internationale Tag der Feuerwehrleute. Diese Berufsgruppe genießt in Deutschland ein hohes Ansehen. Anders ist dies bei Bankern oder Managern. Was ist hier zu tun?

Seit 2007 ist das Ansehen von Unternehmern, Anwälten, Bankangestellten und Managern gesunken. Ganz im Gegensatz zu Feuerwehrleuten, Ärzten und Polizisten. Offenbar genießen diejenigen ein hohes Ansehen, die anderen Menschen helfen. Die anderen stehen unter besonderer Beobachtung, insbesondere weil mit steigenden Gehältern, Gewinnen und größerer Macht ein höherer Anspruch an moralisch einwandfreies Handeln einhergeht. Dies haben einige in diesen Berufsgruppen nicht gezeigt und damit ganze Berufe in Misskredit gebracht.

Abbildung 1
Ansehen einzelner Berufsgruppen [Auswahl]

Quelle: Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid), 2017

Insbesondere die Wirtschafts- und Finanzkrise sowie die Staatsschuldenkrise haben zu einem Vertrauensverlust und in der Folge zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema Corporate Social Responsibility (CSR) geführt.

„The Social Responsibility of Business is to Increase its Profits“

Einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, Milton Friedman, war der Meinung „The Social Responsibility of Business is to Increase its Profits“. Manche haben daraus die Zielfunktion Profit, Profit, Profit abgeleitet. Friedman sah die soziale Verantwortung, die Förderung von wünschenswerten sozialen Zielen, beim Individuum. Nur Menschen könnten Verantwortung übernehmen, nicht aber Unternehmen oder Institutionen. Diese Interpretation von Friedman ist jedoch nicht mehr zeitgemäß. Die Gesellschaft verlangt die Anpassung der langfristigen Zielfunktion von Unternehmen, die die weitreichenderen Komponenten Profit, People, Planet umfasst.

Verantwortung schafft Vertrauen

Unternehmen tragen im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung eben auch eine Verantwortung für die Gestaltung der Rahmenordnung. Die Gesellschaft ist dabei einer der zentralen Stakeholder. Wird Verantwortung übernommen, kann unter bestimmten Umständen eine Win-win-Situation aus gesellschaftlichen Anliegen und Eigeninteressen der Unternehmen entstehen: „Moralische Verfehlungen schädigen die Reputation eines Unternehmens und seinen Markennamen (brand), untergraben das Vertrauen bei Aktionären, Banken, Mitarbeitern, Kunden und Governments, führen zu Auftragseinbußen, vielleicht sogar zum Ausschluss aus Bietverfahren“ (Homann, 2007). Die Interessen der Stakeholder liegen auch im Interesse des Unternehmens. Eine zu große Diskrepanz schädigt das Vertrauen und gefährdet somit die wirtschaftliche Grundlage von Unternehmen.

 

Quellen:

Homann, Karl, 2007, Ethik in der Marktwirtschaft, RHI-Position, Nr. 3, München

Enste, Dominik / Wildner, Julia, 2014, Mitverantwortung und Moral – eine unternehmensethische Reflexion, IW-Position, Nr. 63, Köln.

Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid), 2017, Berufsprestige 2013 -2016, https://fowid.de/meldung/berufsprestige-2013-2016-node3302 [26.04.2018]

Friedman, Milton, 1970, The Social Responsibility of Business is to Increase its Profits, in: New York

Times Magazine, September 13: 32-33, 122-124.

Wildner, Julia, 2015, Warum sich Werte lohnen, https://www.iwd.de/artikel/warum-sich-werte-lohnen-225697 [26.04.2018]

Lena Suling
Lena arbeitet seit 2018 als Referentin in der IW Akademie. Sie studierte im Master Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Management/Marketing an der Universität Duisburg-Essen.